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Und plötzlich stehe ich wieder am Tennisplatz.

Autorenbild: Christoph Iglhauser
Christoph Iglhauser
vor 3 Tagen
2 Min. Lesezeit

Als Kind brauchte es nicht viel, um mich glücklich zu machen. Einen Tennisplatz, einen Schläger, einen Ball – und Freunde, die genauso wenig daran dachten, irgendwann nach Hause zu gehen. Wir spielten stundenlang. Im Sommer sowieso, und hätten wir die Möglichkeit gehabt, hätten wir vermutlich auch im Winter auf Schnee gespielt.


Neben dem Fußball hat Tennis meine Kindheit geprägt. Es war Sport, Leidenschaft und wahrscheinlich auch eine meiner ersten Lebensschulen. Gewinnen, verlieren, weitermachen. Sich über einen gelungenen Schlag freuen und wenige Sekunden später über den nächsten Fehler ärgern. Und trotzdem wieder zum Aufschlag gehen.


Später wurden die großen Turniere im Fernsehen zur Pflicht. Thomas Muster, Roger Federer, Rafael Nadal – Namen und Geschichten, die mich über viele Jahre begleitet haben. Dass ich irgendwann selbst im Tennis arbeiten und Geschichten dieses Sports erzählen würde, hätte ich damals wohl für ziemlich unwahrscheinlich gehalten.



Ein Turnier, das erst entstehen musste


2022 änderte sich das ziemlich kurzfristig. Für die Premiere der Danube Upper Austria Open powered by SKE in Mauthausen wurde Unterstützung in der Kommunikation gebraucht – und ich sprang ein.


Als ich dort ankam, war vieles noch im Entstehen. Kein Social-Media-Auftritt, keine jahrelang gewachsenen Kommunikationsstrukturen, dafür ein neues ATP-Challenger-Turnier, viele Ideen und Menschen, die mit enormer Begeisterung daran arbeiteten, etwas aufzubauen.


Genau das machte den Reiz aus.


Ab Turniertag eins durfte ich die kommunikative Entwicklung des Turniers begleiten. Medienarbeit, PR, Social Media, Interviews, internationale Kontakte – und vor allem immer wieder die Suche nach jenen Geschichten, die ein Tennisturnier zu mehr machen als Ergebnisse, Sätze und Punkte.

Dominic Thiem schlug in Mauthausen auf, ebenso Marin Cilic und zahlreiche ehemalige Top-10-Spieler. Lucas Pouille feierte auf seiner Comeback-Tour einen Turniersieg. Es entstanden Begegnungen mit Athleten aus unterschiedlichsten Ländern, Geschichten für nationale und internationale Medien und viele Momente, die weit über den Center Court hinausgingen.


Fünf Jahre später


Im April dieses Jahres kam ich zum fünften Mal nach Mauthausen. Inzwischen fühlt sich die Turnierwoche ein bisschen wie Heimkommen an. Viele der gleichen Gesichter, kurze Wege, großes gegenseitiges Vertrauen – und überall Menschen, die diese Begeisterung für Tennis teilen.

Seit 2026 darf ich mit den NÖ Open powered by EVN in Tulln ein weiteres ATP-Challenger-Turnier für Florian Leitgeb (Champ Events) kommunikativ begleiten. Wieder entstehen Geschichten, Begegnungen und Bilder, die ihren Weg weit über den jeweiligen Turnierort hinaus finden.

Vielleicht liegt genau darin für mich das Besondere.

Bei den Olympischen Spielen in Paris saß ich 2024 auf der Anlage von Roland Garros und sah Rafael Nadal gemeinsam mit Carlos Alcaraz im Doppel, später Sebastian Ofner auf demselben legendären Sand. Für einen Moment war ich dort wieder einfach nur der Tennisfan, der diesem Sport seit seiner Kindheit verfallen ist.

Nur mit einem Unterschied.

Heute darf ich manchmal selbst dazu beitragen, dass die Geschichten dieses Sports erzählt werden.




 
 
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