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Und plötzlich zählte nur noch dieser Gold-Moment.

Autorenbild: Christoph Iglhauser
Christoph Iglhauser
27. Feb.
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Aug.

Es waren nur wenige Sekunden. Ich stand im Zielbereich des Cortina Sliding Centre Eugenio Monti, ein paar Meter von der Ziellinie entfernt. Rund um mich wurde fotografiert, gefilmt und kommentiert. Dann kam Janine Flock ein letztes Mal den Eiskanal hinunter.


Für einen kurzen Moment schien alles stillzustehen. Die Anspannung war im gesamten Zielbereich zu spüren. Dann brachen alle Dämme. Jubel. Erleichterung. Umarmungen. Freudentränen. Vier perfekte Läufe hatten der Ausnahmesportlerin den Olympiasieg gebracht – bereits 2018 in Pyeongchang war sie als Führende in den letzten Lauf gegangen und musste sich am Ende mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Nun schloss sich der Kreis – begleitet von unbeschreiblichen Emotionen.


In diesem Moment wurde mir wieder bewusst, warum Olympische Winterspiele so besonders sind. Hinter jeder Medaille steckt weit mehr als ein Wettkampf. Sie erzählt von Rückschlägen, Zweifeln und unzähligen Stunden Arbeit, die kaum jemand sieht.


Mailand Cortina 2026 waren meine ersten Olympischen Winterspiele. Nach den Olympischen Spielen in Paris 2024 durfte ich drei Wochen lang als Teil des Medienteams des Österreichischen Olympischen Comités direkt im Austria House in Cortina d’Ampezzo arbeiten. Pressekonferenzen moderieren, Interviews organisieren, Geschichten erzählen, gemeinsam mit Kolleg:innen dafür sorgen, dass die Emotionen der Spiele auch in Österreich ankommen – genau das war unsere Aufgabe. Das Medienteam produzierte während der Spiele hunderte Beiträge, Videos, Fotos und Presseaussendungen und machte die Leistungen des Olympic Team Austria für Millionen Menschen sichtbar.  



Eine Geschichte hat mich neben Olympia-Gold von Janine Flock dabei besonders bewegt. Weil wir gleichzeitig auch den Österreichischen Bob- und Skeletonverband betreuen, erlebte ich hautnah mit, wie Bob-Pilotin Katrin Beierl kurz vor den Spielen einen herben Rückschlag hinnehmen musste. Beierl brach sich im Training den Mittelfußknochen. An Olympia war plötzlich kaum mehr zu denken. Umso beeindruckender war ihr Blitz-Comeback nur wenige Tage nach der Operation. Solche Momente erinnern daran, wie schmal der Grat zwischen Enttäuschung und Hoffnung im Spitzensport ist.


Olympische Spiele werden an Medaillen gemessen. Vor allem aber werden sie von Menschen geprägt. Von Athlet:innen, die jahrelang auf einen einzigen Moment hinarbeiten. Von Trainer:innen, Betreuer:innen, Volunteers und Kolleg:innen, die oft im Hintergrund dafür sorgen, dass alles funktioniert. Drei Wochen lang durfte ich genau das aus nächster Nähe erleben.


Wenn ich heute an Cortina zurückdenke, denke ich nicht zuerst an die Pressekonferenzen oder an die langen Arbeitstage im Austria House. Ich denke an diesen einen Moment im Zielbereich. An den Eiskanal. An den Jubel, der wenige Meter neben mir losbrach. Und an das Gefühl, Teil eines Teams gewesen zu sein, das diese olympischen Geschichten nicht nur erzählen durfte, sondern mitten im Geschehen miterlebt hat.



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